Jndia_NOX2016
Jndia Erbacher (Foto: BN)

Während der mehrfache Europameister Urs Erbacher beim Main Event 2017 noch selbst am Steuer seines Top-Fuel-Dragsters saß, kommt nun erstmals seine Tochter Jndia zum Zug. Schon im letzten Jahr zeigte sie in der Klasse der Top Methanol Dragster, dass sie Nitro im Blut hat – in diesem Jahr hingegen reiht sich die Schweizerin nach ihrer erfolgreich absolvierten Lizenz als jüngste Fahrerin unter die Elite der europäischen Top-Fuel-Teams, die vom 18. bis 20.08.2017 bei der Nitrolympx in Hockenheim an der Startlinie stehen.

PREVIEW TOP FUEL DRAGSTER
NITROLYMPX 2017

Allen voran Anita Mäkelä aus Finnland, die bereits 2016 in Hockenheim für Furore sorgte, denn zum ersten Mal in der Geschichte der Rico-Anthes-Quartermile zeigte die Zeittafel eine 3 vor dem Komma an, und das gleich zweimal: mit einer 3.96 besiegte sie zunächst Urs Erbacher, um wenig später auch Stig Neergaard mit 3.93 Sekunden aus dem Rennen zu werfen. Nach ihrem Sieg gegen Mikael Kågered nahm sie schließlich nicht nur den Nitrolympx-Pokal mit nach Hause, sondern konnte bei den Finals 2016 auch endlich den verdienten Titel in Empfang nehmen. Die aktuelle Saison läuft ihr hingegen noch nicht so gut von der Hand – bei den drei vorhergehenden Runden in England, Schweden und Finnland musste sich Mäkelä jeweils mit dem fünften Platz begnügen und liegt auch in der Gesamtwertung mit 130 Punkten aktuell auf Rang 5.

Mit insgesamt 251 Punkten eroberte sich der Maltese Duncan Micallef Rang 1 der FIA-Tabelle und führt mit 52 Punkten Vorsprung vor dem Finnen Antti Horto, der ebenso wie Micallef für Rune Fjeld Motorsport fährt. Im finnischen Alastaro, dritte Station der Europameisterschaft, besiegte Micallef seinen Teamkollegen Horto im Halbfinale und traf im Finale auf den Dänen Stig Neergaard. Es war kurz und schmerzlos: Neergaard sah an der Ampel Rot und verschenkte dadurch den Sieg an Micallef, der somit wiederum nicht nur den Pokal aus Schweden sondern auch die finnische Trophäe mit nach Malta nehmen konnte.

Für Liam Jones aus Großbritannien sah beim Main Event in Santa Pod zunächst noch alles gut aus – als Top Qualifier stand er nach einem Bye-Run im Halbfinale und sollte dort auf Stig Neergaard treffen, der zuvor Urs Erbacher besiegte. Doch das Wasser von oben machte schließlich alle Hoffnungen auf weitere wertvolle Punkte zunichte. In Tierp und Alastaro reichte es lediglich für Platz 6 bzw. 7, sodass Jones nun mit 140 Punkten auf Rang 4 hinter Neergaard liegt. Auch Mikael Kågered aus Schweden, Europameister 2014 und 2015, hatte in dieser Saison eher wenig Glück und liegt mit 122 Punkten knapp hinter Mäkelä auf Rang 6.


Jndias zweiter Lizenzlauf in Santa Pod war ein spektakulärer Ritt – mit gewaltigen Nitroflammen schoss sie mit über 300 km/h am Publikum vorbei ...
Jndias zweiter Lizenzlauf in Santa Pod war ein spektakulärer Ritt – mit gewaltigen Nitroflammen schoss sie mit über 300 km/h am Publikum vorbei …

Die für die Top-Fuel-Lizenz vorgeschriebenen Läufe absolvierte Jndia Erbacher auf dem Santa Pod Raceway, zwei davon während des Main Events im Mai 2017.

Kurz vor der 1000-Fuß-Marke brach der Dragster aus. Jndia fing ihn souverän ab und flog mit 4.305 Sekunden über die Ziellinie. Well done!
Kurz vor der 1000-Fuß-Marke brach der Dragster aus. Jndia fing ihn souverän ab und flog mit 4.305 Sekunden über die Ziellinie. Well done! (Fotos: BN)

 

 

 

Der letzte Lizenzlauf folgte Ende Juni, ebenfalls in Santa Pod. Mit einer E.T. von 4.09 Sekunden und einer Geschwindigkeit von 437 km/h dirigierte Jndia das 10.000 PS starke Monster ihres Vaters Urs Erbacher ins Ziel und hatte die Lizenz in der Tasche.

Der zweite Lizenzlauf ist geschafft! (Foto: Remco Scheelings, Main Event 2017)
Der zweite Lizenzlauf ist geschafft! (Foto: Remco Scheelings, Main Event 2017)

Übrigens: Während der Nightshow am Samstag 19.08.2017 werden sich Urs Erbacher und Jndia Erbacher laut Presseinfo des Hockenheimring GmbH auf der Rico-Anthes-Quartermile ein stilechtes Vater-Tochter-Duell liefern.

 


Starterliste TOP FUEL DRAGSTER – Nitrolympx 2017 (Stand 10.08.2017)

Anita Mäkelä (FI) im Levi Iglu Dragster (TF 1)
Stig Neergaard (DK) im SNR TF Dragster ’14 – 500 cui (TF 2)
Mikael Kågered (SE) im TF – 500 cc (TF 3)
Liam Jones (GB) im TF Dragster DSR ’10 – 500 cui (TF 4)
Duncan Micallef (MT) im Dragster Hadman – 500 cc (TF 7)
Jndia Erbacher (CH) im Headman ’08 – 500 cui (TF 11)
Antti Horto (FI) im Top Fuel Dragster – 500 (TF 77)



Text: Barbara Nabholz (BN)
Titelfoto: Remco Scheelings